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Umweltzone für Hamburg

Vergleicht man die bundesdeutschen Großstädte in punkto Luftqualität, schneidet Hamburg ganz gut ab. Ein Blick auf die absoluten Werte zeigt jedoch, dass auch in der Hansestadt einiges im Argen liegt. Insbesondere der EU-Grenzwert für Stickstoffdioxid wird im Jahr 2008 - wie auch in den Vorjahren - an allen Verkehrsmessstationen weit überschritten. Wenn es der Stadt nicht gelingt, die NO2-Emissionen zu reduzieren, ist die Einhaltung des schärferen, für 2010 festgelegten EU-Grenzwertes kaum machbar.

Auch beim Thema Feinstaub hat Hamburg noch Handlungsbedarf. Zwar werden derzeit die Grenzwerte nicht überschritten, generell greifen die Vorgaben der EU bei diesem Schadstoff jedoch zu kurz. So gelten beispielsweise in der Schweiz wesentlich niedrigere Immissionsgrenzwerte für Feinstaub (PM10). Im Jahresmittel beträgt der Grenzwert der Schweizerischen Luftreinhalte-Verordnung für PM10 nur 20 µg/m³, halb soviel wie in der EU. Der Tagesmittelwert von 50 µg/m³ darf maximal einmal im Jahr - nicht 35-mal wie in der EU - überschritten werden. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt in ihren Luftgüte-Richtlinien wesentlich niedrigere Grenzwerte.

Der schwarz-grüne Koalitionsvertrag sieht nun für die laufende Legislaturperiode die Einrichtung einer Umweltzone in Hamburg vor. Dort sollen nur noch Fahrzeuge fahren dürfen, die ein bestimmtes Schadstoffniveau unterschreiten - Dreckschleudern müssten draußen bleiben.

Ein Blick auf deutsche und europäische Großstädte belegt, dass andernorts bereits gute Erfahrungen mit diesem Instrument gemacht wurden. Bereits 23 deutsche Städte haben eine Umweltzone eingeführt, so etwa Berlin, Frankfurt und München. Weitere 22 sind in Planung. In Berlin wurde bereits ein Jahr nach Einführung der Umweltzone ein signifikanter Rückgang der Luftbelastung durch Stickoxide nachgewiesen.

London macht's vor

Auch London führte schon 2003 eine so genannte »Low Emission Zone« (LEZ) ein. Seither müssen Autofahrer hier eine City-Maut von 8 Pfund (ca. 10,50 €) berappen. Heute hat sich die Luftqualität in ganz London, vor allem aber im Maut-Bereich erheblich verbessert. Bereits 2004 gingen die Feinstaub-Werte um 15,5 % zurück, bei Stickoxiden waren es 13,4 %. Gleichzeitig stiegen die Fahrgastzahlen im ÖPNV um ein Drittel. Eine aktuelle britische Studie weist die positiven Auswirkungen der verbesserten Luftqualität auf die Gesundheit der Bevölkerung nach. Bürgermeister Ken Livingstone rechnet mit Einsparungen von 250 Mio. Pfund (ca. 322,5 Mio. Euro) bis 2012 im Gesundheitswesen. Das EU-Projekt APHEIS errechnete für Hamburg bei Rückgang der Feinstaub-Belastung um 10 µ/m³ eine Abnahme der Sterbefälle von knapp 300 pro Jahr.  

Etwa 35 % der Feinstaub-Emissionen in Hamburg und 50-60 % der NO2-Emissionen werden durch den Straßenverkehr verursacht. Eine Reduzierung würde also wesentlich zur Minderung der Luftbelastung beitragen.



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