BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Luftschadstoffe in Hamburg - dem Senat sind Autos wichtiger als Menschen


In den verkehrsreichen Straßen in Hamburg liegen die Werte für Stickstoffdioxid (NO2) seit Jahren über den gesetzlich zulässigen Grenzwerten - und nichts passiert. 

Selbst das Urteil des Hamburger Verwaltungsgerichts aus dem Jahr 2014, in dem das Gericht die Stadt verurteilt, weitere Maßnahmen zur Luftreinhaltung einzuleiten, verkommt zur Posse. Es gibt keine einzige Maßnahme, die der Senat seither umgesetzt hat, um die Menschen in den am stärksten betroffenen Stadtteilen zu schützen. 

Die NO2-Werte liegen unverändert um 50 Prozent höher als erlaubt (rund 60 µg statt 40 µg) und gegen ein auf Antrag des BUND verhängtes Zwangsgeld, das den Senat dazu bringen sollte, zu handeln, hat dieser "vorsorglich" Revision eingelegt.

Aktuelle Informationen zum Stand der BUND-Klage gegen die zu hohe Stickstoffdioxid-Belastung in Hamburg finden Sie in unseren Pressemitteilungen.

Was können Sie tun?

Als Anwohnerinnen müssen Sie die Schadstoffbelastung nicht einfach hinnehmen.

Bei der für Sie zuständigen Polizeidienststelle können Sie einen Antrag auf verkehrsbeschränkende Maßnahmen stellen, wenn die Abgaswerte nachweislich über den gesetzlichen Grenzwerten liegen. Die Behörde muss diesen Antrag innerhalb von drei Monaten prüfen und Ihnen einen Bescheid ausstellen, gegen den Sie im Ablehnungsfall Widerspruch einlegen bzw. gerichtlich vorgehen können.

Je mehr Menschen einen solchen Antrag stellen, desto größer ist der Druck auf Behörden und Senat, zu reagieren.

Für weitere Informationen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

 

 

Erhöhte Belastung in großen Teilen der Stadt

Die Grafik zeigt, dass große Teile Hamburgs eine erhöhte Hintergrundbelastung aufweisen, insbesondere in den Stadtteilen mit hoher Einwohnerdichte. Die Menschen in den orange und rot dargestellten Bereichen sind Belastungen ausgesetzt, die den Grenzwert zum Teil deutlich übersteigen.

Weiterführende Informationen

Details zu den Grenzwerten sind hier nachzulesen.

Die aktuellen Tageswerte finden Sie im Hamburger Luftmessnetz.

Die Belastungen an einzelnen Straßen in Hamburg finden Sie auf der nächsten Karte (für Download als PDF bitte anklicken). Nur die gelben und grünen Abschnitte liegen unter den Grenzwerten. Rot, pink und violett stellen allesamt Überschreitungen dar.


Mehr über die Entstehung und die gesundheitlichen Auswirkungen von Stickoxiden finden Sie auf der Seite des Umweltbundesamtes.

Quelle: http://bund-hamburg.bund.net/themen_projekte/stickoxidbelastung_in_hamburg/