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IBA in Hamburg- Hopp oder Topp

Hamburgs Oberbaudirektor hat eine Vision: Im Jahr 2013 will er zusammen mit den Wilhelmsburger Bürgern den Ersten Spatenstich zum Rückbau der Wilhelmsburger Reichsstraße machen. Leidenschaftlich warb Prof. Jörn Walter auf der BUND-Veranstaltung »IBA-Hamburg - Topp oder Flopp« Ende Oktober für die wenige Tage zuvor bekannt gewordene Möglichkeit, mit Hilfe von Bundesmitteln die Reichsstraße nach Osten als Autobahn auf die Bahntrasse zu verlegen. Dem IBA-Projekt »Neue Mitte Wilhelmsburg« könnte damit ein Gesicht verliehen werden.

Doch Leidenschaft allein reicht nicht, um die Wilhelmsburger Bürger zu überzeugen. Zu oft waren die Bewohner der Elbinsel in der Vergangenheit getäuscht worden, Ergebnisse der Bürgerbeteiligung wurden nicht umgesetzt oder sie waren Opfer umwelt- und menschenfeindlicher Planungen wie aktuell dem Kohlekraftwerk Moorburg.

Für den BUND-Vorsitzenden Harald Köpke ist es deshalb entscheidend, dass sich die Betroffenen am IBA-Konzept beteiligen und die internationale Beachtung als Chance für ihren Stadtteil begreifen. Köpke forderte eine IBA, die ein schlüssiges Ausgleichskonzept vorlegt, in der Summe keine zusätzlichen Flächen versiegelt und damit Hamburgs unrühmlichen Trend des ständig wachsenden Flächenverbrauchs umkehrt.

IBA-Geschäftsführer Uli Hellweg sprach von der IBA auf Wilhelmsburg von einem starken Ort, starken Themen und starken Projekten, die multiethnische Struktur im Stadtteil aufgreifen und aus Vielfalt Stärke zu machen. Die größte Herausforderung beim Thema »Stadt im Klimawandel« sei, den Altbaubestand in das Klimaschutzkonzept »Erneuerbares Wilhelmsburg« einzubinden.


Peter Friemert vom Hamburger Zentrum für Energie, Bauen, Architektur und Umwelt (ZEBAU) verwies in diesem Zusammenhang auf die Standards der »Solar-Bauausstellung« 2005 und kritisierte bei der IBA das bisher unzureichende Zusammenspiel von Leitbild, Bau- und Planungsrecht und der möglichen Fördermaßnahmen. Vor allem sei kurzfristig eine gezielte Informationskampagne nötig, um die Marktnachfrage anzuheizen.

BUND-Landesgeschäftsführer Manfred Braasch sah insbesondere mit der Aufgabe des Projekts »Wohnen in der Landschaft« eine Trendwende der IBA zum Positiven. Auch wenn der Ansatz des Oberbaudirektors nachvollziehbar sei, Flora, Fauna und die Menschen zusammenbringen, verdienten besondere Naturräume auch besonderen Schutz. Für Manfred Braasch machte die BUND-Veranstaltung deutlich, dass die IBA-Macher von ihrem Anspruch, die Wilhelmsburger Bevölkerung in die Konzepte einzubinden, noch meilenweit entfernt sind und er warb hier für eine Beteiligungsoffensive von Seiten der IBA.

Im Rahmen der Podiumsdiskussion bestätigte der Wilhelmsburger Arzt Manuel Humburg vom Verein »Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg«, dass die Hoffnungen, die die Bürger anfänglich in die IBA gesetzt hätten, langsam schwinde. Es gebe zu viele Fakten, die die Glaubwürdigkeit der IBA beschädigten. Die Ankündigung, die Wilhelmsburger Reichsstraße nur als Autobahn zu verlegen, sahen Humburg und viele Interessierte aus dem Publikum sehr kritisch. Der Erfolg dieser Planung sowie der gesamten IBA entscheide sich an der Wilhelmsburger Bevölkerung. Manuel Humburg forderte deshalb Stadtenwicklungssenatorin Hajduk auf nach Wilhelmsburg zu kommen und sich den Diskussionen persönlich zu stellen. 


Uli Hellweg, Geschäftsführer der IBA

»IBA at work«: Wo stehen wir heute, im Herbst 2008?
   

Peter Friemert, Hamburger Zentrum für Energie, Bauen, Architektur und Umwelt (ZEBAU)

Klimaschutz - Wie innovativ muss eine IBA 2013 tatsächlich sein?

Frank Krippner, NDR

Moderation



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