Fietes Fakten gegen die Elbvertiefung

Am 9. Februar wird das Bundesverwaltungsgericht verkünden, ob Hamburg die Elbe weiter ausbaggern darf. Wir, der BUND, NABU und WWF, lehnen diesen Eingriff nach wie vor ab – aus verschiedensten Gründen. „Fiete Faktenkieker“ schleppt die wesentlichen Argumente gegen die Elbvertiefung an:

Fakt #1 – Euroschlucker Elbeschlick
Immer mehr Schlick blockiert die Fahrrinne der Tideelbe. 132 Millionen Euro Steuergelder haben die Ausbaggerungen in 2015 gekostet. Die Kosten bei einer nächsten Elbvertiefung wären noch höher: denn je tiefer, desto mehr Schlick.

Quelle: Kosten für Delegationsstrecke Hamburg: 85 Mio. Euro (Drucksache 21/3575); Andere WSA bis Cuxhaven: 47,4 Mio. Euro (www.hamburg-fuer-die-elbe.de/?p=9761)

Fakt #2 – Noch Plätze frei!
Containerschiffe nutzten in 2015 die aktuelle Tiefe der Elbe nicht aus. Im Schnitt hätte jedes Containerschiff, das 2015 den Hamburger Hafen angelaufen hat, ca. 3.000 Container mehr laden können - wohlgemerkt ohne Elbvertiefung.

Quellen: Statistik über Auswertung der Anläufe: Regionales Bündnis gegen die Elbvertiefung. AIS-Transponder über www.marinetraffic.com und Hafendienstleister SMD Schiffsmeldedienst.

Fakt #3 – Die Grenzen des Wachstums
2025 sollten jährlich 28 Millionen Container im Hamburger Hafen umgeschlagen werden. Die Prognose stimmt schon lange nicht mehr. Aktuell erwartet man 13,4 Millionen Container.

Quelle: Auswertung der vorhandenen Prognose-Studien: Seeverkehrsprognose (LOS 3), Planco 2007, Prognose des Umschlagspotenzials des Hamburger Hafens, Endbericht ISL 2010, Containerumschlagspotenzial Hafen Hamburg, ISL 2013, Seeverkehrsprognose 2030 (Los 2), MWP 2014

Fakt #4 – Besser statt Tiefer
Bei der Elbvertiefung sollen 40 Mio. Kubikmeter ausgebaggert werden. Aneinandergereiht als Würfel mit jeweils einem Meter Kantenlänge würde diese Menge einmal um den Äquator reichen. Unsere Flüsse müssen besser werden, nicht tiefer.

Quelle: Planfeststellungsbeschluss vom 23.04.2012 , Seite 2573. Zu finden unter www.ast-nord.gdws.wsv.de/Planfeststellung/Planfeststellung_Elbe/index.html

Fakt #5 – Wo gebaggert wird, wächst kein Gras mehr
Weil sich das Elbwatt seit der letzten Elbvertiefung massiv verändert hat, wachsen kaum noch Binsen. Die letzten Binsenschneider an der Tideelbe mussten aufgeben. Sind die Elbfischer die nächsten?

Quelle: http://weites.land/elbe-von-hamburg-bis-zur-muendung/

Fakt #6 – Voll daneben
2007 feierte die Politik die Planungsunterlagen zur Elbvertiefung als „weltbeste Umweltplanung“. Seither mussten die Unterlangen bereits 8x geändert werden, weil geltende Gesetze nicht beachtet wurden.

Zitat: Barbara Ahrons, CDU (in: BUNDmagazin regional, Landesverband Hamburg, S.4)

Fakt #7 – Mehr Tiefgang bitte!
Die Elbe ist tief genug Zumindest für die Pötte, die in 2015 nach Hamburg kamen. Im Schnitt hätten diese viel mehr transportieren können. Über ein Meter mehr Tiefgang? Überhaupt kein Problem.

Quellen: Statistik über Auswertung der Anläufe: Regionales Bündnis gegen die Elbvertiefung. AIS-Transponder über www.marinetraffic.com und Hafendienstleister SMD Schiffsmeldedienst.

Fakt #8 – Elbverteuerung
Anfangs sollte die Elbvertiefung “nur” 242 Mio. Euro kosten. Aktuell wird bereits von 800 Mio. Euro ausgegangen. Wird die Elbvertiefung kostenmäßig unsere zweite Elbphilharmonie?

Quelle: Kostenschätzung März 2016

Fakt #9 – Die letzten ihrer Art
Der Schierlingswasserfenchel wächst weltweit nur noch bei uns an der Unterelbe. Mit einer Elbvertiefung steigen die Salzgehalte so stark an, dass die Pflanze an vielen Stellen nicht mehr existieren kann. Ausreichende Ausgleichsflächen? Fehlanzeige!

Quelle: Die Kohärenzflächen für den Schierlingswasserfenchel sind im Planfeststellungsbeschluss vom 23.04.2012 (S. 1377) mit 13,65 ha und im 2. Planergänzungsbeschluss (S. 123) nur noch mit 2,23 ha angegeben. Die Ausgleichsflächen werden somit deutlich verkleinert.

Fakt #10 – Keine Chance für den Nachwuchs
Obwohl die Finte (ein Elbfisch) gesetzlich zu schützen ist, soll in ihren Laichgebieten gebaggert werden. Die speziellen Saugbagger entnehmen nicht nur Schlick, sondern auch riesige Mengen von Jungfischen und Fischeiern. Nachwuchsförderung sieht anders aus.

Quelle: Eine Absenkung des Sauerstoffniveaus führt insbesondere bei den Eier- und Larvenstadien der Finte zu weiteren Verlusten. Schon jetzt können die sauerstoffbedingten Verluste bei Finteneiern bis zu 9% pro Jahr betragen (siehe dazu: Fachbeitrag "Finte" für Planergänzungsverfahren II, S. 80f.). Jede weitere Verschlechterung wäre demnach nicht mit den Vorgaben der FFH-Richtlinie vereinbar. Auch der Verzicht auf den Einsatz von Hopperbaggern ist keine geeignete Schadensbegrenzungsmaßnahme. Vielmehr ist davon auszugehen, das der Einsatz von WI-Baggern aufgrund des deutlich höheren Einsatzes von Spülwasser für Eier und Larven der Finte sogar schädlicher ist (siehe dazu auch: Bioconsult 2015, Seite 98 f.)

 

 



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