Bereits sechs Mal wurde die Elbe zwischen Hamburg und der Nordsee seit Mitte des vorletzten Jahrhunderts vertieft. Vor dem Jahr 1850 war der Fluß in diesem Bereich im Durchschnitt 3–4 Meter tief, heute sind es durchgehend offiziell 15,30 Meter. Schiffe mit einem Konstruktionstiefgang von bis zu 13,50 m können damit tideabhängig den Hamburger Hafen anlaufen.
Nun sollen Schiffe mit einem Tiefgang von 14,50 m den Hafen tideabhängig anlaufen können. Dafür soll die Elbe um einen weiteren Meter, teilweise aber auf bis zu 19 m unter NN vertieft werden. Das Planverfahren für diese Maßnahme läuft bereits seit dem Jahr 2007. Aufgrund gravierender Mängel in den Unterlagen musste die Behörde für Wirtschaft und Arbeit (BWA) bereits zum zweiten Mal ergänzende Gutachten nachreichen.
Der BUND und alle anderen norddeutschen Umweltverbände, Bürgerinitiativen, Segler, Landwirte, zahlreiche Kommunen entlang der Elbe und viele Bürgerinnen und Bürger lehnen diese erneute Elbvertiefung ab. Bereits zum letzten Erörterungstermin im März 2009 lagen den Planfeststellungsbehörden über 7.000 qualifizierte Einwendungen vor.
Die Gründe für die Ablehnung sind vielfältig:
- Bei jeder Vertiefung verlanden wertvolle Flachwasserzonen. Damit verschwinden Lebensräume für seltene Pflanzen, Fische und Vögel.
- Wegen der erhöhten Strömungsgeschwindigkeit wird das den Deich schützende Vorland schmaler. Sturmfluten können schneller und höher auflaufen.
- Das immer tiefer werdende Fahrwasser sorgt zusammen mit der erhöhten Strömungsgeschwindigkeit des Flusses dafür, dass Sauerstoff zehrende Prozesse zunehmen. Fällt der Sauerstoffgehalt des Elbwassers jedoch unter die kritische Grenze von 3 mg /02 pro Liter, sterben die Fische in der Elbe. Seit der letzten Vertiefung im Jahr 1999 ist dies regelmäßig in den Sommermonten der Fall.