7. Dezember 2015

Ersatz Kraftwerk Wedel: Klimafreundliche Trendwende in der Fernwärme ist möglich

Kurz vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung der Vattenfall Wärme Hamburg GmbH am 8. Dezember 2015 erteilt der BUND dem Neubau des geplanten Gas- und Dampfturbinenkraftwerks (GuD) eine klare Absage. Ein neues fossiles Großkraftwerk für die Hamburger Fernwärme würde nicht zuletzt dem Volksentscheid zur Übernahme der Energienetze widersprechen. Dieser nennt als verbindliches Ziel „eine sozial gerechte, klimaverträgliche und demokratisch kontrollierte Energieversorgung aus erneuerbaren Energien“.

Der BUND Hamburg fordert stattdessen die Integration industrieller Abwärme und erneuerbarer Energien in das Hamburger Fernwärmenetz und legt Eckpunkte eines Fahrplans für das Fernwärmenetz vor (siehe Anlage).

Durch den Wegfall des Kohlekraftwerks Wedel müssen nach Gutachtereinschätzung 250 MW Wärmeerzeugungskapazität kompensiert werden. Ab 2016 werden bereits 150 MW durch das Heizwerk Haferweg gedeckt, so dass eine Versorgungssicherheit bis zur Realisierung weiterer Anlagen weitgehend gegeben ist. Weitere Wärmeerzeugungs-kapazitäten können durch die Nutzung industrieller Abwärme (Größenordnung: 60 MW) bereitgestellt werden. Am Standort Stellingen ließen sich nach Einschätzung des BUND auf dem Gelände der rückzubauenden Müllverbrennungsanlage Stellinger Moor weitere Erzeugungskapazitäten von bis zu 250 MW für die Fernwärmeversorgung erschließen. Dabei muss ein Einstieg in Erneuerbare Wärme geschafft werden.

Bei gleichzeitiger Netzoptimierung und Nutzung weiterer dezentraler Standorte könnte das alte Kohlekraftwerk Wedel spätestens 2019 auf „Standby“ geschaltet und dann für maximal zwei Jahre auf Reserve vorgehalten werden.


Die Einschätzungen des BUND Hamburg stützen sich unter anderem auf das vom damaligen SPD-Senat beauftragte Gutachten „Erstellung einer Expertise zur Hamburger Fernwärmeversorgung; Handlungsalternativen für das Kohlekraftwerk in Wedel“ (http://www.hamburg.de/contentblob/4616726/data/endbericht-gutachten-wedel.pdf).

„Der Senat kann innerhalb von vier Jahren die Trendwende zu mehr Klimaschutz im Hamburger Fernwärmenetz schaffen“, so Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg. „Es gilt, die Forderungen des Volksentscheides umzusetzen und eine klare Entscheidung gegen ein fossiles Großkraftwerk zu treffen. Und wir erwarten, dass die Vattenfall Wärme Hamburg GmbH keine Blockade-Politik betreibt.“

Für Rückfragen: Paul Schmid, BUND-Pressesprecher, Tel. (040) 600 387 12

Abschaltung von Wedel und Alternativen

Auszüge aus dem Gutachten „Erstellung einer Expertise zur Hamburger Fernwärmeversorgung
 




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